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Barfuß laufen: Der Trend zu mehr Natürlichkeit bei Laufschuhen

Bis vor einiger Zeit waren noch alle Laufschuhe auf dem Markt mit Luft- und Gelkissen und gut gedämpftem Schaumstoff ausgestattet. Da galt: Je besser die Dämpfung, desto besser der Schuh. Bis Nike sein revolutionäres Modell Free präsentierte und alles um 180 Grad drehte. Dann wollten plötzlich alle die neuen Sportschuhe mit Flexkerben tragen, die ein Barfußgefühl versprachen. Inzwischen ist das sogenannte Natural Running voll im Trend. Neben Nike bieten auch andere große Sportmarken Barfuß-Laufschuhe. Darüber hinaus beschäftigen sich seriöse Wissenschaftler mit der Problematik: Was ist besser – gedämpfte oder Barfußschuhe?

Barfußlaufschuh

Barfuß laufen ist gesund

Schuhe haben schon die Steinzeitmenschen vor 120.000 Jahren getragen. Schließlich dienen Schuhe in erster Linie dazu, den Fuß vor Verletzungen zu schützen. Heutzutage müssen sie aber viel mehr als Ihre Grundfunktion erfüllen. Barfuß laufen wird höchstens von Menschen praktiziert, die glauben, dadurch ihr Wohlbefinden steigern zu können. Und wenn sie das tun, dann außerhalb der städtischen Gebiete. Doch wer ohne Schuhe laufen kann, macht einiges Gutes für seine Gesundheit und Fitness. Die Muskeln am Fuß und Bein werden stärker ausgebildet und die Blutzirkulation in den Füßen angekurbelt. Gleichzeitig werden auch das Gleichgewicht und die Sensomotorik verbessert. Man ist Herr seiner Füße – der optimale Laufstil kann sich gut entfalten.


Barfuß

Barfuß-Laufschuhe sind im Trend

Stark gedämpfte Laufschuhe werden immer mehr von minimalistischen Barfuß-Laufschuhen verdrängt. Dicke Sohlen, Dämpfungssysteme und Stützelemente entlasten die Füße zu sehr und die Fußmuskulatur wird zu wenig trainiert. Auch der natürliche Greifreflex der Zehen, mit dem sie aktiv bei jeder Bewegung des Fußes beteiligt sind, wird in solchen Schuhen stark eingeschränkt.

Wer seinen Füßen Ihre natürliche Bewegungsfreiheit zurückzugeben will, greift daher zu Barfuß-Laufschuhen. Natural Running erlaubt kürzere Schritte, das Aufsetzen des Fußes kurz vor dem Körperschwerpunkt schont die Gelenke. Dabei landet man auf dem ganzen Fuß, statt, wie oft üblich, die Ferse in den Boden zu rammen. Natural Running heißt der Trend, dem jetzt alle Sportartikelhersteller hinterherrennen. Ob Free von Nike, Adipure von Adidas, Pure von Brooks, Virrata von Saucony – mittlerweile hat man auch bei Barfuß-Laufschuhen die Qual der Wahl. Die wichtigsten Kriterien, die den Laufschuh für natürliches Laufen ausmachen, sind: Flexibilität, Leichtigkeit, Atmungsaktivität, flache Bauweise und eine geringe Sprengung. Barfuß-Laufschuhe können durch die nahtlose Verarbeitung auch ohne Socken getragen werden – barfuß eben.

Five Fingers Laufschuhe: Barfuß vom Feinsten

Die sogenannten Five Fingers Schuhe oder auch Schuhe mit Zehen stellen eine spezifische Art von Barfuß-Laufschuhen dar. Nur eine sehr dünne Sohle trennt den Fuß vom Boden. Dadurch sollen Muskeln beim Laufen in besonderer Weise gefördert werden. Diese Schuhe besitzen eine maximale Zehenfreiheit, was die aktive Beteiligung der Zehen an der Laufbewegung erlaubt. Allerdings ist zu beachten, dass Five Fingers Schuhe eher etwas für Profiläufer mit einem gut austrainierten, aktiven Bewegungsapparat sind. Bevor Sie auf Laufschuhe wie Spyridon von Vibram umsteigen, sollten Sie einiges berücksichtigen.

Five Fingers LaufschuhBild: sarenza.de

Aller Anfang ist schwer: Wie Sie am besten auf den Barfuß-Laufstil umstellen

Unsere Füße sind an das Laufen in Alltagsschuhen gewöhnt, daher ist eine Umstellung auf den Barfußlauf mit Vorsicht zu genießen. Füße, die die neue Art der Belastung nicht kennen, müssen erst einmal darauf vorbereitet werden. Egal ob Einsteiger oder fortgeschrittener Läufer, der Umstieg auf Barfußschuhe sollte allmählich verlaufen. Nutzen Sie die minimalistischen Schuhe erst als Zweitschuhe für kürzere Trainingseinheiten. Um Verletzungen vorzubeugen, fängt man mit wenigen Minuten an und steigert die Dauer der Belastung kontinuierlich. Für das Barfußlaufen muss die Fußmuskulatur gestärkt werden, die Sehnen und Muskeln müssen sich an die neue Belastung gewöhnen. Zusätzlich muss man das Mittelfußlaufen zu beherrschen lernen.

Vor allem in der Gewöhnungszeit sollte auf den Untergrund geachtet werden. Zum Barfußlaufen eignen sich am besten Gras und Sand. Waldboden und Kunststoffbahn sind eher was für Läufer mit Vorerfahrung im Barfußlaufen. Anfänger, Übergewichtige, Untrainierte und Läufer mit orthopädischen Problemen sollten sich erst von einem Experten beraten lassen, ob eine Umstellung zum Natural Running möglich ist.

Was die Forschung dazu sagt

Laut einer Studie der University of Virgina können Laufschuhe für die Gelenke schädlicher sein als das Joggen barfuß. Dies stellten die US-Forscher fest, indem sie 68 gesunde Sportler auf einem Laufband trainieren ließen. Bei denjenigen, die Schuhe trugen, wurde eine bis zu 54 Prozent höhere Belastung an Fußgelenk, Knie und Hüfte gemessen. Den Angaben zufolge sei diese sogar höher als beim Gehen auf Schuhen mit hohen Absätzen. Als mögliche Ursache dafür werden der erhöhte Absatz und das Stützmaterial unter dem Fußgewölbe angegeben. Trotzdem bestätigen die Wissenschaftler, dass Trainingsschuhe dem Fuß einen besseren Halt geben.

Im Rahmen einer weiteren Studie am American College of Sports Medicine wurde ein Experiment mit den Vibram Five Fingers durchgeführt. Die insgesamt 36 Freizeit-Läufer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Hälfte trainierten mit ihren normalen Laufschuhen, die andere Hälfe bekamen die Vibram Five Fingers und trainierten nur noch damit. Zehn Wochen später wurden alle Läufer auf Knochenmarksödeme im Fußbereich untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass die ungedämpften Schuhe mehr Schäden hervorgerufen hatten: Bei den jeweiligen Läufern wurde tatsächlich eine Erhöhung der Stressanzeichen am Knochen gemessen. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass Stresserscheinungen nach dem Barfußlaufen normal sind. Aus diesem Grund kommt die Studie zur Empfehlung, dass Läufer sich langsam an solche Schuhe gewöhnen sollten.

Fazit

Welche ist also die optimale Lösung? Beim Laufen ist am wichtigsten, dass die Füße geschützt sind, wenn es erforderlich ist. Daher könnte das Wechseln zwischen gedämpften Laufschuhen und Natural Running-Schuhen zu den besten Trainingsergebnissen führen. Barfußschuhe sind auf jeden Fall empfehlenswert, da dadurch die Muskulatur am Fuß und Bein stärker ausgebildet werden kann. Für einen gesunden Laufstil setzen Sie auf die goldene Mitte.